Gemeinschaft im Nirgendwo - Theaterwochenende in Oy-Mittelberg

Nach einer längeren Fahrt ins Niemandsland, wo die Mietpreise pro Quadratmeter vermutlich noch einstellig sind und das Schließen von Türen ein Fremdwort ist – weil man sowieso jeden kennt –, landet man schließlich in der Nähe von Oy-Mittelberg. Zu Beginn war die Stimmung im Theaterseminar gemischt: Eine Woche in Wien, wie sie das Architektur-Seminar erleben durfte, wirkt im Vergleich zu einem Wochenende auf einem ehemaligen Bauernhof zunächst weniger aufregend. Doch das Comeback kam so überraschend und perfekt wie Leverkusens Meisterschaft in der Bundesliga.

Selbst kochen, abwaschen, Texte pauken – blanker Horror auf den ersten Blick. Mit guter Musik und Teamarbeit kann das aber sogar Spaß machen. Erst recht, wenn dazu richtig leckere Gerichte gezaubert werden.

Während der Proben wurde meist gut aufgepasst und reflektiert. Unterschiedliche Perspektiven – kurzzeitig gab es Befürchtungen, man müsse die beiden unterschiedlichen Meinungen der Lehrerinnen im Ring klären– führten zu angeregten, und konstruktiven Diskussionen.

Die übrige Freizeit wurde mit witzigen Spielen verfeinert: zum Beispiel dem Zuordnen von Aktionen zu den Personen, zu denen sie wohl am ehesten passen. Das Ganze hat zwischenzeitlich für viele Meinungsverschiedenheiten und auch Lachflashs gesorgt. Dazu kamen ein Nachtspaziergang – natürlich zu Bildungszwecken –, ein bisschen Dancen und das Abklingen des Tages in der selbst gestalteten Lounge aus Dingen, die man in dem urigen ehemaligen Bauernhaus eben so findet.

Sonntagmorgen dann der Realitätscheck: alles zusammenpacken, aufräumen etc. Und die Erkenntnis, dass ein vermeintlich verlorenes Wochenende zu einem Wochenende wurde, in dem man das Gefühl für Zeit verloren hat – weil man so viel Spaß hatte und Erinnerungen gesammelt hat, die man mit diesem Wochenende verbindet und immer verbinden wird.

Hinweis für künftige Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Theaterseminars: Historische Bauernhäuser sind statisch sensibel. Beim Tanzen im ersten Stock hat sich die Decke im Erdgeschoss schon merklich gedehnt – also bitte die Tanzschritte etwas bodenschonender gestalten, damit uns der Nesslerhof noch lange als Probenort erhalten bleibt.

 

Noel Stroissnig FST13b

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