Was willst du werden? – Fortsetzung
Welche Herausforderungen bringen Online-Buchhandlungen mit sich und wie konkurrieren stationäre Buchhandlung mit ihnen?
„Die Kundengruppe, die eine Affinität für E-Reader und den Online-Buchhandel hat, ist dem stationären Buchhandel verloren gegangen“, so Sonntag. Zwar wurde anfangs versucht, mit der rasanten Entwicklung des Onlinehandels Schritt zu halten - so gab es beispielsweise auch Kindles oder E-Books im Geschäft zu kaufen - dieser Versuch war aber vergebens. „Liebhaber und Liebhaberinnen des haptischen Buchs kommen aber weiter in die Buchhandlungen“, berichtet Sonntag.
Welche Tipps hat Frau Sonntag für Schülerinnen und Schüler, die eine Karriere in der Buchhandelsbranche anstreben?
Karriere machen kann man im klassischen Beruf der Buchhändlerin oder des Buchhändlers, wie ihn Frau Sonntag gelernt hat, nicht unbedingt. Für wen „Karriere machen“ aber wichtig ist, für den würde sie eher ein Studium der Buchwissenschaften oder ein wirtschaftliches Studium empfehlen.
Auch gibt es beispielsweise die Möglichkeit, eine Ausbildung zum Verlagskaufmann bzw. zur Verlagskauffrau zu machen. Dies ist ein Beruf mit ganz anderen Facetten. Man sollte sich im Vorfeld also genaue Gedanken darüber machen, was man genau von dem Beruf erwartet, um dann entscheiden zu können, in welche Richtung man tatsächlich gehen möchte.
Wer noch genauere Informationen braucht – zum Beispiel über die Ausbildungsvergütung oder über die konkreten Arbeitsgebiete und Lerninhalte – , kann auch mal auf der Internetseite des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels (www.boersenverein.de) oder bei der Bundesagentur für Arbeit unter „Steckbrief Buchhändler“ (www.planet-beruf.de) nachschauen.
Wir bedanken uns für die Zeit, die sich Frau Sonntag für das Beantworten unserer Fragen genommen hat - wenn ihr noch weitere habt, findet ihr die Expertin in Sachen Buchhandel im Lehrerzimmer! Und vielen Dank auch dafür, dass sie uns einen Blick in ihr persönliches (analoges!) Fotoalbum gewährt hat.
Ein explizites Lieblingsbuch hat Hanna Sonntag übrigens nicht, aber sie mag die Bücher von Anthony McCarten wegen seines „schönen Humors“ und die von Benedict Wells, weil er eine sehr „zarte Art hat, Menschen und Zwischenmenschliches zu beschreiben und zu beobachten“.